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Ortsverband Filderstadt  

Die Wahl des Verkehrsmittels hängt teilweise von größeren Infrastrukturellen Aspekten wie dem Vorhandensein von Radwegen ab. Manchmal sind es aber eher kleinere Dinge, die von der Nutzung des Fahrrades abhalten – oder in ihrer Summe dazu animieren. Um die Bedingungen für die Radfahrerinnen und -fahrer in Filderstadt zu verbessern, haben wir in 2008 die Umsetzung nachfolgend aufgeführter Maßnahmen vorgeschlagen. Dabei handelt es sich teilweise um Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern, die uns in den vergangenen Monaten erreicht haben.

  

Antrag zur Verbesserung des Fahrradklimas in Filderstadt

  

1. Vor einigen Jahren wurden mehrere Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet. Die Erfahrungen damit sind gut. Die Verkehrssicherheit leidet nicht darunter. Wege werden für den Radverkehr aber direkter und kürzer. Daher sollte die Öffnung aller Einbahnstraßen für den Radverkehr überprüft und – wenn keine Argumente mehr dagegen sprechen – geöffnet werden (z. B. Eugenstraße, Ulrichstraße, Martinstraße).

  

2. Wir regen an, mit den Grundstückseigentümern über die Öffnung der Einbahnstraße zwischen Poststraße und Bonländer Hauptstraße zu sprechen. Diese befindet sich in Privateigentum. Die Stadt könnte anbieten, die Anbringung der Beschilderung zu übernehmen.

  

3. Aus Richtung Bürgerzentrum kommend wird der Radverkehr durch die Radverkehrsbeschilderung über die Volmarstraße zum Bahnhof geführt. Dort sollte ihm dann auch das Abbiegen in die Volmarstraße gestattet werden.

  

4. Bei der Beschilderung von Straßensperrungen an Baustellen wird bislang nicht an den Radverkehr gedacht. Wenn die Restfahrbahnbreite ausreicht, sollte die Strecke für Radfahrer frei gegeben werden. Wichtig ist für den Radverkehr die verlässliche Information, ob ein Durchkommen möglich ist. Kurze und direkte Wege stärken die Attraktivität des Radfahrens.

  

5. Um unnötige Umwege und Straßenquerungen zu vermeiden, sollte vom Radweg am Kreisverkehr Hohenheimer Straße eine direkte Zufahrt auf den Parkplatz des Penny-Marktes und damit ins Gewerbegebiet Griebenäcker gebaut werden.

  

6. Auf dem Radweg von Plattenhardt nach Bernhausen kurz vor der B 27-Unterführung sammelt sich bereits bei kleineren Regenschauern Wasser auf der Fahrbahn. Diese hat sich in diesem Bereich stellenweise abgesenkt. Der Fahrbahnbelag sollte erneuert und der Abfluss in die Gräben verbessert werden.

  

7. Bei Starkregen wird Erde von den umliegenden Äckern auf den Radweg zwischen Plattenhardt und Bernhausen geschwemmt. Der Schlamm sammelt sich dann am tiefsten Punkt, konkret direkt unter der B 27-Unterführung. Hier bildete sich im Frühjahr 2007 auf dem Radweg eine mehrere Zentimeter dicke Schlammschicht, machte diesen praktisch unpassierbar und verstopfte die Abläufe. Mit dem Landkreis als Baulastträger und den Landwirten sollte hier nach Lösungen gesucht werden.

  

8. Der Radweg zwischen ESG und Talstraße ist sehr häufig mit Glasscherben verunreinigt und sollte häufiger gereinigt werden.

  

9. Der schmale Weg im Flughafentunnel ist durch die hohe Verkehrsbelastung starken Verschmutzungen ausgesetzt. Er wird jedoch nur einmal jährlich gereinigt. Die Reinigung durch den zuständigen Straßenbaulastträger sollte häufiger erfolgen. Daher bitten wir die Stadtverwaltung, mit dem Straßenbauamt Kontakt aufzunehmen.

  

10. Die Wartezeiten für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen für die Querung der Echterdinger Straße und der Aicher Straße im Bereich Lindenkreuzung sollten verkürzt werden.

  

11. Wir halten die Markierung von Aufstellflächen für Radfahrer dort für sinnvoll, wo die Radwege im Kreuzungsbereich enden (z. B. Lammkreuzung Reutlinger Straße) und bitten um entsprechende Überprüfung. Die Radfahrerinnen und -fahrer können sich dann sicher vor dem KfZ-Verkehr einordnen und rasch weiterfahren, sobald die Ampel „grün“ anzeigt.

  

12. Ein Bürger hatte der Stadtverwaltung dort, wo Radwege durch querende Straßen unterbrochen werden (z. B. Tübinger Straße/Talstraße) die Anbringung von Haltegriffen an Ampeln vorgeschlagen. Radfahrer/innen können dann bequem auf dem Sattel sitzen bleiben, sich festhalten und müssen nicht absteigen. Dies hat er in anderen Städten gesehen. Wir fragen die Verwaltung, was die Überprüfung dieses Vorschlags ergeben hat.

  

13. In der Unfallstatistik wurden im Jahr 2005 35 Radfahrunfälle mit 6 Schwer- und 24 Leichtverletzten erfasst. Im Jahr 2006 wies die Statistik 38 Radfahrunfälle mit 7 Schwer- und 26 Leichtverletzten auf. Wir bitten die Stadtverwaltung zu ermitteln, ob sich Unfallhäufungen an gleichen oder vergleichbaren Stellen erkennen lassen.

  

14. Von Bonlanden nach Plattenhardt fahrende Radfahrer (Plattenhardter Straße/Schulstraße) werden am Kreisverkehr Osttangente häufig vom aus dem Kreisverkehr ausfahrenden KfZ-Verkehr übersehen. In diesem Bereich kam es bereits mehrfach zu Unfällen unter Beteiligung von Radfahrern. Die Sichtbeziehungen, die Beschilderung sowie die rote Fahrbahnmarkierung sollten nochmals überprüft werden.

  

15. Der Geh- und Radweg entlang der Reutlinger Straße sollte zum Straßenraum hin mit einer weißen Linie abmarkiert werden. Im Dunkeln und bei Regen ist der Rand des Radweges oft schlecht zu erkennen.

  

16. Die Führung und Breite des Radweges an der Reutlinger Straße sollte im Bereich Wielandstraße/Kreisverkehr verbessert werden. Die Sichtbeziehungen sind äußerst schlecht. Fahrzeuge, die aus der Wielandstraße ausfahren, können insbesondere den abwärts fahrenden Radverkehr erst zu spät erkennen.

  

17. Die Rotmarkierung im Mündungsbereich Reutlinger Straße/Katharinenstraße bedarf einer Erneuerung.

  

18. Dem aus Richtung Bonlanden nach Sielmingen einfahrende Radverkehr fehlt eine sichere Möglichkeit, um auf die Friedhofstraße zu gelangen. Wir schlagen den Bau einer Einfädelspur vor.

  

19. Die Weißmarkierung am Rande des Radweges hin zur Straße zwischen Bonlanden und Sielmingen im Bereich der B 27-Unterführung sollte erneuert werden.

  

20. Das Geländer unter der B 27-Unterführung am Schinderbuckel, das den Radweg von der Fahrbahn trennt, ist im Dunkeln nur schwer zu erkennen und stellt daher ein Risiko dar. Die Rot-Weiß-Markierung ist regelmäßig stark verschmutzt und reflektiert daher kaum. Außerdem schlagen wir vor, die vorhandene Fahrbahnrandmarkierung vor der Abschrankung - also zwischen Radweg und Geländer - anzubringen.

  

21. Wir regen an, die Mängelradtour von ADFC und Stadtverwaltung in regelmäßigen Abständen, beispielsweise alle zwei Jahre gemeinsam mit Vertreter/innen des Gemeinderates, der Polizei und der Öffentlichkeit (z. B. Elternbeiräte, Presse) durchzuführen.

  

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